Symbolische Hausbesetzung in Freiburg-Wiehre

In Freiburg wurde am 22. Juli 2010 zum vierten Mal (12/2008 | 05/2009 | 03/2010) das Haus in der Günterstalstraße 28 besucht. Diesmal wurde im Rahmen der Freiraumkampagne „Plätze. Häuser. Alles.“ auch das Nebenhaus Günterstalstraße 30 für eine Abrissparty geöffnet.

Etwa 70 Autonome trafen sich zu Beginn des Abends in der Günterstalstraße. Bei Küfa (Küche für alle) und lauter Musik wurde vor und in den Häusern gefeiert. Beide Häuser werden gerade saniert und sollen anschließend als Anlageobjekt verkauft werden – guter Wohnraum wird zerstört, um mehr Gewinn aus den Mieten zu kassieren, obwohl in Freiburg 900 Wohnungen leerstehen.

Die Bullen kamen in vier Streifenwagen und einem weißen Zivitransporter. Als jedoch strömender Regen einsetzte, zeigte sich der Vorteil eines besetzten Hauses gegenüber behördlichen Herumlungerns auf der Straße. Die Bullen ließen sich erst klitschnass regnen, dann bekamen sie endlich den Befehl zum Rückzug auf die Wache. Nach ein paar Stunden löste sich die symbolische Besetzung auf.

Die Gentrifizierungen schreitet voran, mittlerweile wurden Leute schon mehrmals durch Luxussanierungen vertrieben. Die Mieten nahe der Altstadt sind unbezahlbar für Menschen ohne Vollzeitjob oder reiche Eltern. Die Armen – und dazu gehören immer häufiger auch StudentInnen – müssen in die Freiburger Vororte ausweichen und sich trotzdem noch verschulden. Auch SchülerInnen haben heute mitbesetzt, denn nach der Schließung des letzten Jugendzentrums in der Innenstadt fehlen Räume für selbstverwaltete Jugendkultur.

Besetzungen sind in Freiburg lebendig und verbindend. Gemeinsam Eigentum praktisch in Frage stellen macht Lust auf mehr und natürlich kann besetzt werden. Wir begnügen uns nicht mit den von der Tafel gefallenen Brosamen: Wir wollen alles, und zwar subito!