103 Tage Besetzung der Gartenstrasse und kein Ende in Sicht

Verhandlungen mit dem Eigentümer schreiten voran+++Solidarität mit Epsilon und allen Freirauminitiativen im Widerstand+++Aktionstage im Herbst geplant

Seit über drei Monaten halten wir die zwei Gebäude Gartenstraße 19 in der Freiburger Innenstadt besetzt. Die Räume dienen als Info- und Umsonstladen und werden täglich als Treffpunkt genutzt. Seit kurzem bereichert auch die libertäre Gartenbibliothek unser Projekt. Bücher und Zeitschriften können gegen Pfand ausgeliehen werden. In den letzten Wochen gab es eine Skulpturen-Ausstellung und Infoveranstaltungen zum NoBorder Camp in Brüssel, zur Zukunft der Erdölgesellschaft und zur Anti-Psychiatrie. In Verhandlungen mit dem Eigentümer, der uns am 18. Juli einen Besuch abstattete, gibt es weitere Fortschritte. In der kommenden Woche wird es einen Ausführlichen Bericht zu den Vereinbarungen und eine Pressekonferenz geben.

Auch andere Projekte der Freiraumkampagne schreiten voran. Seit wenigen Tagen gibt es einen „Leerstandsmelder“ (leerstand-freiburg.info) für Freiburg. Am 22. Juli gab es eine Abrissparty in der Günterstalstraße 28 und 30, sowie eine spontane Demonstration durch den Stadtteil Wiehre. Eine Besetzung der Goethestraße 43 am 24. Juli wurde von der Polizei wieder geräumt. Unsere Solidarität gilt den sechs kurzzeitig verhafteten, mutmaßlichen BesetzerInnen, denen Anzeigen wegen Hausfriedensbruch drohen.

Auch überregional tut sich viel im Kampf um befreite Häuser. So bleibt zum Beispiel die Bedrohung des Hausprojektes Liebig 14 in Berlin aktuell. Dort wird vom 10. bis 19. September ein „Intersquat-Festival“ steigen. In Augsburg wurde „Die Ganze Fabrik“ wegen brennenden Mülltonnen durchsucht. In Hamburg steht die Zukunft des linksradikalen Zentrums Rote Flora in den Sternen und die Sparkasse, Eigentümerin des seit April besetzten Autonomen Zentrums in Köln, schikaniert durch das Abstellen von Strom und Wasser. Repression gab es auch in Stuttgart und Wien, wo Besetzungen innerhalb von wenigen Tagen durch die Polizei beendet wurden. Wir bekunden hiermit ausdrücklich unsere Solidarität mit allen Freirauminitiativen.

Das gilt natürlich auch für die BesetzerInnen des ehemaligen „Z“ in Freiburg. Am 29. Juli besetzten Jugendliche der Initiative „Epsilon“ das alte kommerzielle Jugendzentrum unterm Siegesdenkmal, wurden jedoch durch Verwaltung und Polizei nach etwa zehn Stunden zum Verlassen des Gebäudes gezwungen. Dafür gab es am 31. Juli eine lautstarke Freiraum-Sponti zum Rathaus.

Zu guter Letzt beglückwünschen wir den Wagenplatz „Kommando Rhino“ auf dem M1-Gelände in der Vauban zur einjährigen Besetzung. Da sich besonders auf Vauban weitere Repression gegen unsere Freiräume abzeichnet, und es uns sowieso ums Ganze geht, wird es im Herbst 2010 Freiraumaktionstage in Freiburg geben, bei denen wir unsere Bestrebungen nach einer befreiten Gesellschaft Ausdruck verleihen werden.

Solidarität ist eine Waffe!

Kein Tag ohne für unsere Häuser und Plätze zu Kämpfen!