Atomkritische Mahnwache Freiburg

ES BESTEHT KEIN GRUND ZUR SORGE !

Seit zwei Wochen hält die Welt den Atem an. Japan steht vor einer nuklearen Katastrophe ungeahnten Ausmaßes. Während das informative und kommunikative Potenzial des Internets allenthalben (zurecht) beschworen wird, glänzen die klassischen Medien durch Desinformation. Noch immer sieht sich Japan mit zwei überhitzten Abklingbecken und freiliegenden Brennstäben in drei defekten Reaktoren(GRS; 22.03.) konfrontiert, in Lebensmitteln und Trinkwasser werden erhöhte Strahlenwerte gemessen, mehrere japanische Abgeordnete raten der Regierung, den Evakuierungsradius um das Katastrophengebiet unmittelbar auszuweiten(nirs.org; 22.03.).

Die Hilfsarbeiten werden durch die zerstörte Infrastruktur massiv erschwert, während die Kühlsysteme in Fukushima noch immer nicht wiederhergestellt sind. Besonders die Situation in den Abklingbecken, in denen große Mengen verbrauchter Brennstoff und teilweise auch hochgiftiges Plutoniumlagert, ist Grund zur Besorgnis, da hier bei zu geringer Wasserversorgung ungeheure Mengen radioaktiven Materials freigesetzt würden. Bereits wenige Stunden nach Bekanntwerden der atomaren Katastrophe beginnen die öffentlich rechtlichen Fernsehsender mit Nachdruck zu beschwichtigen. So schlimm wie Tschernobyl könne es nicht werden, wird uns versichert, als bereits mehrere Reaktoren schwere Defekte gemeldet haben, die Nachrichtenlage noch völlig undurchsichtig ist und mitschweren Nachbeben der Stärke 6 und höher gerechnet werden muss. (Ja, wirhaben verstanden, dass es sich um andere Reaktortypen handelt. Wir habenverstanden, dass in Fukushima kein Graphit verbrennt. Wir haben verstanden, dass Japan noch weiter weg ist als Tschernobyl und dass der Wind günstig steht.)

Dennoch muss man kein Atomphysiker sein, um festzustellen, dass es sich beiderartig vorschnellen Versicherungen bestenfalls um Wahrsagerei, auf keinen Falljedoch um objektive Berichterstattung handeln kann. Und war es in Tschernobyl nichtgenauso? War die Situation nicht wochenlang als lokal begrenzt und für uns unbedenklich dargestellt worden, bis auch bei uns der erste radioaktive Regen niedergegangen war? Die Motivation einer solchen Informationsstrategie kennt keineparteipolitische Farbe, ihre Zielsetzung ist eben so simpel wie kalt: das reibungslose Funktionieren des ökonomischen Apparats.

Wir wollen nicht zur Panik aufrufen, wir raten lediglich davon ab, die großzügig verteilten medialen Beruhigungspillen zuschlucken und möchten in aller gebotenen Dringlichkeit dazu aufrufen, das Gebot der Stunde ernst zu nehmen und selbst das Wort zu ergreifen. Besucht unsere Mahnwache am Platz der Alten Synagoge, bringt Eure Meinung und Euer Wissen einund unterstützt uns mit Euren Ideen zum gemeinsamen Protest.

Die Zukunft ist jetzt!

(Stand: 22.03.2011)

Mahnwache am Platz der Alten Synagoge.

Täglich offenes Plenum um 19 h