Stadt selber machen! „Recht auf Stadt“-Tage

Das Freiburger Netzwerk „Recht auf Stadt“ lädt ein zu den „Recht auf
Stadt!“-Tagen vom 13.-17. Juli 2011 in Freiburg.

Mieter_innen müssen ihre Häuser verlassen oder ihr Leben anderswo
drastisch einschränken, da sie die ständig steigenden Mieten nicht mehr
bezahlen können. Emanzipatorische Projekte und alternative Lebensformen
sehen ihre erkämpften Freiräume ständig bedroht. Öffentliche Räume und
Einrichtungen werden munter weiter kommerzialisiert. Statt offener, bunter
und vielfältiger Raum für alle zu sein, werden die Innenstädte mehr und
mehr zu standardisierten Verwertungsmaschinen: Erwünscht ist nur, wer zum
Geld ausgeben oder Arbeiten kommt.

Doch all das muss so nicht sein. Wir wollen anfangen, die Städte nach den
Bedürfnissen der Menschen zu gestalten, anstatt sie stumm und
widerspruchslos dem angeblichen Zwang der Gewinnmaximierung zu überlassen.
Wir wollen gemeinsam eine andere Stadt einfordern und entstehen lassen.
Denn wie sich unsere Städte entwickeln geht uns alle an. Wenn wir eine
vielfältige Stadt wollen, in der alle Menschen Raum haben zum Wohnen und
Leben, egal ob mit oder ohne Geld, dann müssen wir alle aktiv werden. Denn
von selbst wird sich nichts ändern: Wir müssen Stadt selber machen, wenn
wir eine Stadt für alle wollen.

Denn was üblicherweise als „alternativlos“ dargestellt wird, ist nichts
als die Folge einer Politik, die nur an Profitmaximierung und dem Erhalt
der bestehenden Verhältnisse interessiert ist. Wenn Häuser und Plätze als
Ware auf dem „freien Markt“ gehandelt werden, zählt für deren Eigentümer
nichts als der maximale Profit. Unter diesen Bedingungen ist
Gentrifizierung die logische Folge – also die Aufwertung und Verteuerung
von „angesagten“ Stadtteilen, die mit Verdrängung und sozialer Segregation
einhergeht. Auch städtische Akteure spielen nach allen Regeln der Kunst
mit. Wie beispielsweise in Freiburg die Freiburger Stadtbau, obwohl sie
doch ihrer Satzung nach einen „sozialen Auftrag“ hat: Ganze Straßenzüge
mit günstigem Wohnraum sollen abgerissen und teuer neugebaut werden,
während die Gewinne aus dem „sozialen Wohnungsbau“ den Freiburger Haushalt
subventionieren und leerstehende Häuser von der Polizei beschützt werden.

Räumen für unkommerzielle kulturelle Projekte, Wohnraum für Menschen mit
geringem Einkommen, Plätze ohne Konsumzwang und Lebensformen, die nicht in
die vorgesetzten Schemata passen, wird unter diesen Bedingungen die
Existenberechtigung abgesprochen.

Mitte Juli wollen wir gemeinsam mit vielen anderen Menschen Strategien für
eine andere Stadt sammeln und konkrete Alternativen entstehen lassen. Die
„Recht auf Stadt!“-Tage sollen ein Forum sein für alle Menschen, die sich
über die Umgestaltung der Innenstadt aufregen, die ihre immer weiter
steigenden Mieten nicht länger akzeptieren wollen, die wohnungslos sind,
sich mit ihrem Vermieter streiten, Freiburg generell viel zu teuer finden,
die eine wirklich ökologische und soziale Stadt wollen, die eine Stadt
wollen, die von unten und nicht von oben grün gemacht wird, die sich mehr
offene und unkommerzielle Räume wünschen und alle anderen Menschen, die
eine Stadt für alle wollen. Es wird viele Möglichkeiten geben, sich in
Theorie und Praxis einzubringen. Jeder ist eingeladen, sich zu beteiligen,
Ideen und Aktionen beizusteuern, zu organisieren und zu mobilisieren.

* „Recht auf Stadt“ Freiburg ist ein offenes Netzwerk, das im März 2011
gegründet wurde. Wir freuen uns über Menschen und Gruppen, die sich mit
ihren Ideen einbringen wollen – gerade auch für die „Recht auf
Stadt!“-Tage im Juli. Wir treffen uns immer am 2. Freitag im Monat um
20:00 beim Mietshäuser-Syndikat im Grethergelände, Adlerstr. 12, Freiburg.
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http://www.rechtaufstadt-freiburg.de/