Archiv für November 2012

Wir nehmen uns was wir brauchen – Frankfurt/Main action day

Aufgrund der akuten aber auch latenten (Räumungs-)Bedrohung
selbstverwalteter Zentren hat sich das ,,Wir nehmen uns was wir
brauchen“
Bündnis gegründet. Ziel des Bündnisses ist die Vernetzung
von verschiedenen Räumen und Initiativen voranzutreiben, um
entschieden den momentanen Entwicklungen entgegen zu treten. Bereits
seit einigen Monaten haben wir, Aktivist_innen aus autonomen Zentren,
Wagenplätzen, linken Kollektiven und besetzten Häusern im
Rhein-Main-Gebiet und Baden-Württemberg, uns dafür eingesetzt eine
Öffentlichkeit gegen die diversen Bedrohungen zu schaffen. Angesichts
der unerträglichen gesamtgesellschaftlichen Verhältnisse geht es uns
einmal mehr darum, Gegenentwürfe zu diesen zu schaffen und zu
erhalten. Als Bündnis wollen wir die Notwendigkeit unserer Projekte
vermitteln. Mit dem Ziel, unsere Räume zu verteidigen und auszubauen,
sind wir mit Infoveranstaltungen, Kunstaktionen und Demonstrationen in
verschiedenen Städten und Dörfern aktiv. (mehr…)

Überregionaler Aktionstag für Autonome Freiräume – Auf die Straße gegen rechte Gewalt und Repression – 15.12.2012

Autonome Freiräume

Seit Jahren ist die meist ersatzlose Räumung und Zerstörung unserer Jugendzentren, Häuser und Wagenplätze ein Thema. Aktuell sind nicht nur in Freiburg Räume wie das KuCa oder die Wagengruppe „Sand im Getriebe“ bedroht. Aus Schopfheim, Reutlingen, Frankfurt, Rastatt und Mainz erreichen uns ständig schlechte Neuigkeiten: Freiräume werden behördlich schikaniert, bekommen Veranstaltungsverbote oder werden geräumt. Diese Plätze sind nicht nur Räume wo Menschen wohnen, sich treffen und sich organisieren können. Sie sind auch Orte antifaschistischen Widerstandes und Gegenkultur zum kaputten Mainstream des Kapitals. Lasst uns gemeinsam mehr dieser Räume schaffen und die bedrohten Zentren und Häuser verteidigen!

Rechte Gewalt

Die ausufernden rechtsradikalen Gewalttaten und Übergriffe seit dem deutschen Einheitstaumel der Neunziger Jahre sind durch das Auffliegen des Nazi-Netzwerk NSU aktueller denn je. Hier zeigt sich, dass nicht nur die sogenannte Mitte der Gesellschaft den rassistischen Alltag in der BRD prägt und trägt. Organisierte Nazibanden verbreiten die Gewalt auch nicht als EinzeltäterInnen, sondern bilden letztlich terroristische Netzwerke mit den deutschen Behörden. Wenn diese nicht mit der Durchsetzung der Anti-Asylpolitik beschäftigt sind, betätigen sie sich auch mal als HelferInnen, AusrüsterInnen und Finanziers der Nazis, wie die bisherigen Ermittlungen aufdecken konnten. Nun wird die aufklärerische Mitte in der Politik vermutlich eine Zusammenlegung der Geheimdienste und Polizeien befördern, anstatt konsequenterweise eine endgültige Auflösung der Schlapphut-Behörden zu fordern.

Neben sich häufenden rassistischen Angriffen sind auch linke Räume Ziel rechter Gewalt. So griffen Nazis wiederholt auch in Freiburg linke Räume an, zuletzt gab es einen faschistischen Brandanschlag auf die Gartenstraße 19 Ende Oktober 2012.

Repression

Unter Repression verstehen wir institutionalisierte psychische oder physische Gewalt, die meist im „legalen“ Rahmen verläuft, durch staatliche Behörden oder deren HelferInnen ausgeübt wird und sich gegen die Freiheit eines Einzelnen oder eines Kollektivs richtet.

Überwachung des öffentlichen Raumes, systematische Schikane von Versammlungen durch Zivilpolizei und Wanderkessel (zuletzt bei der Recht-auf-Stadt-Demo), Räumungen wie die der Wagenburg Rhino im Sommer 2011 und sämtlicher Hausbesetzungen seit April 2010, die Entnahme von DNA gegen WäglerInnen im Sommer 2012, die Verurteilung wegen des Abspielens des Liedes „Bullenschweine“, das neue Polizeigesetz von Grün-Rot… die Liste ist schier endlos und zum kotzen. Wir könnten auf internationaler Ebene gerade so weitermachen, mit der Vernetzung der Sicherheitsarchitekturen in der EU und darüber hinaus. In Zeiten kapitalistischer Krise nutzen die Herrschenden alle Mittel um die Aufmüpfigen zu unterdrücken. Setzen wir ihnen zur Weihnachtszeit ein ganz herzliches „fickt euch!“ entgegen!

Der Aktionstag lebt von eurer aktiven Beteiligung. Kommt zur „Spitzel-Jagd“ auf dem Weihnachtsmarkt und zur Nacht.Tanz.Demo. Am 15. Dezember ab 16 Uhr!

Do-It-Yourself – Without The State! Wir nehmen uns was wir brauchen!

Kollektiv 1512

nachttanz

aktionstage

spitz

Erinnerung an die Demo am Samstag

So am Samstag 10.11.12 ist es soweit um 13 Uhr startet die Demo „Bezahlbarer Wohnraum ist die halbe Miete“ am Stühlinger Kirchplatz kommt zahlreich und bunt.

Gegen das Konstrukt von Wohnungsmarkt und Mieten! Lasst euch diesen Scheiß nicht bieten!

Antifaschistische Demo nach Brandanschlag auf die G19

Am Abend des 2. November demonstrierten infolge eines rechten Brandanschlages auf den Infoladen G19 etwa 140 Antifas in der Freiburger Altstadt. Nachdem am vergangenen Wochenende Vermummte die Scheiben des Infoladens und Archivs der seit 2009 besetzten Gartenstraße 19 in der Innenstadt eingeworfen und im Inneren Feuer gelegt hatten, solidarisierten sich die Versammlungsteilnehmer_innen mit den betroffenen Besetzer_innen. Wir werden die G19 wieder in Stand setzen, lassen uns unsere Räume nicht nehmen und schweigen nicht angesichts rechter Gewalt!

Gegen 18 Uhr versammelten sich heute gut hundert Linke vor der G19 in Freiburg. Nach einer kurzen Kundgebung der Besetzer_innen und Informationen zu den Geschehnissen formierte sich gegen 18:30 Uhr ein spontaner Demozug in Richtung Innenstadt. Die zurückhaltenden Bullen versuchten vergeblich an Ansprechpartner_innen zu gelangen.

Mit Unterstützung der Sambaband zog die Demo zum Bertoldsbrunnen, wo es eine Kundgebung Autonomer Antifas gab. Diese ging auf vergangene Naziangriffe in Freiburg ein und die Offenkundigkeit, dass wir uns nicht auf staatliche Unterstützung gegen die Nazis verlassen können.

Vielmehr wurde betont, dass wir die Schweine kriegen werden, die den Infoladen angezündet haben. Außerdem wurde die lokale Presse und Politik angegriffen, die es über eine Woche versäumte überhaupt zu reagieren.

Nach der Rede ging es über Salzstraße, Augustinerplatz, Gerberau und Holzmarkt zurück in die Gartenstraße. Nach unserem Stand gab es weder Kontrollen noch Festnahmen durch die Bullen.

Stärkt antifaschistische Strukturen! Macht Politik und Medien selber! Solidarität mit den Besetzer_innen der G19!

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Wir kriegen die Schweine!

Kurz vor Mitternacht auf den 28. Oktober 2012 wurden mal wieder die Scheiben des besetzten Infoladens in der Gartenstraße 19 eingeschlagen. Mal wieder, denn Anfang April diesen Jahres wurden schon einmal die Scheiben eingeschlagen. Dieses Mal wurde zusätzlich ein brennender Gegenstand durch die kaputten Scheiben geworfen.

Es wurde also ein Brandanschlag auf einen Infoladen neben einem Wohnhaus in der Freiburger Innenstadt verübt. Trotzdem möchte die Polizei gegenüber der Badischen Zeitung nicht von einem Brandanschlag sondern von einer „Sachbeschädigung mit ganz geringem Schaden“ sprechen. Warum? Weil das Feuer schnell gelöscht wurde und es deswegen keinen größeren Brand gab? Weil das Feuer nicht auf das benachbarte Wohnhaus übergegriffen hat? Außerdem sieht die Polizei bisher keinen politischen Hintergrund und ermittelt „in alle Richtungen“. Die Ermittlungen der Polizei den Brandanschlag aufzuklären sind reine Heuchelei.

Die Badischen Zeitung schreibt zu dem Brandanschlag eine Woche nach der Tat 700 Zeichen und zeigt damit, dass für sie die Bedeutung eines faschistischen Brandanschlags in der Freiburger Innenstadt auf gleicher Ebene mit einem Tag der offenen Tür in der Alten Wache am Münsterplatz mit Weinprobe liegt. Dabei wohnen doch in dem Haus neben der Gartenstraße zwei RedakteurInnen der BZ, die allzeit bereit für eine Lärmbeschwerde sind. Aber ein Brandanschlag scheint sie nicht weiter zu stören, wenn sie daran nicht sterben. Das Engagement der Badischen Zeitung gegen Faschismus ist reine Heuchelei.

Wieso spreche ich von einem faschistischen Brandanschlag? Weil ich nicht für den Verfassungsschutz arbeite und deshalb nicht von Amts wegen meine Augen vor dem Offensichtlichen verschließen muss. Überhaupt der Verfassungsschutz. Glaubt hier wirklich jemand, dass die Polizei die Tat aufklären wird und der Verfassungsschutz dabei vielleicht sogar noch hilft? Wir können froh sein, wenn der VS die Füße still hält und den Tätern nicht noch Geld gibt. Der Verfassungsschutz als Schutz gegen Rechts ist reine Heuchelei.

Und wie reagiert das „offizielle“ Freiburg? Es gab keine offizielle Stellungnahme zum Brandanschlag. Weder von der Stadtverwaltung noch den Gemeinderatsfraktionen: von Grünen bis Grüner Alternative nur Schweigen gegen Rechts. Wo ist das Engagement gegen die Nazis, wenn damit keine positive Presseberichterstattung verbunden ist? Was ist eine liberale Stadt wert, die zu einem faschistischen Brandanschlag mitten in der Innenstadt schweigt? Die „offene Stadt“ Freiburg ist reine Heuchelei.

Wir sind es leid, dass es jedes Jahr Anschläge auf linke Orte in Freiburg wie die KTS oder die Gartenstraße 19 gibt. Wir sind es leid, jeden Tag die Krokodilstränen der bürgerlichen Öffentlichkeit zum NSU kullern zu sehen. Wir haben die Heuchelei und das Nichtstun satt.
Wir schauen nicht weg: wir kriegen die Nazis, die für den Brandanschlag verantwortlich sind. Das ist keine leere Parole auf einer Kundgebung nach einem faschistischen Brandanschlag, kein frommes Wunschdenken gegen Rechts, keine Heuchelei. Es ist eine antifaschistische Ansage:

Wir kriegen die Schweine!