Piusbrüder zur Hölle!

Jedes Jahr führt die Piusbruderschaft einen „Gebetszug für das Leben“ in der Freiburger Innenstadt durch, um Frauen ihr Recht auf Abtreibung abzusprechen. Seit 2009 gibt es dagegen Proteste und Störungen von linken und feministischen Gruppen und Einzelpersonen.

Der Aufmarsch der Piusbrüder wird seitdem nicht mehr öffentlich angekündigt, zu groß ist die Angst vor Gegendemonstrant_innen. Trotzdem wurde es immer geschafft, spontan Proteste zu organisieren und den Aufmarsch zumindest teilweise zu begleiten und zu stören.

So soll es auch in diesem Jahr wieder sein. Um das zu schaffen, haben wir verschiedene Informationsquellen, über die ihr kurzfristig den #piusalarm, der Infos über den Ort des Aufmarsches mitteilt, erfahrt. Kurzfristig heißt in diesem Fall wirklich kurzfristig, dann heißt es: alles stehen und liegen lassen, Freund_innen bescheid sagen und den Piusbrüdern entgegentreten.

Den Piusalarm bekommt ihr über:
SMS-Piusalarm: leere SMS an 0176/97 53 25 05 zum anmelden
Twitter: @PiusAlarm bzw. #piusalarm
Facebook: /piusbruedern.entgegentreten

Desweiteren haben wir ein Flugblatt verfasst, das es hier auch als Kopiervorlage zum herunterladen und selbst kopieren gibt und das wir hier dokumentieren:

Piusbrüdern entgegentreten!

Heute plant die erzkonservative und rechtsradikale Piusbruderschaft durch die Freiburger Innenstadt zu marschieren.

Die Piusbruderschaft möchte den sogenannten „Gebetszug für das Leben“ abschreiten, um Frauen ihr Recht auf Abtreibung abzusprechen. Zudem betreiben die selbsternannten „Lebensschützer“ der Piusbruderschaft Antisemitismus und Holocaustleugnung, Sexismus und Homophobie. Kurz gesagt, es handelt sich um einen reaktionären, antiemanzipatorischen Haufen.

Die Bruderschaft meldet sich regelmäßig in einschlägig rechtsradikalen Medien zu Wort, lobte faschistische Diktatoren, wie Pinochet in Chile und Franco in Spanien, sowie den französischen Nazikollaborateur Pétain.

Die Piusbruderschaft lehnt einen religiös neutralen Staat ab, da dieser die „von Gott in die Menschen und in die Gemeinschaft – sei es die Familie und der Staat – hineingelegte Ordnung“ nicht anerkennen würde (Gottesdienstordnung Januar 2010 des Priorats St. Michael). Stattdessen fordern sie – so Franz Schmidberger, Distriktoberer der Piusbruderschaft Deutschland, – einen autoritären Gottesstaat mit „christlicher Gesellschaftsordnung“.

Auch immer wieder finden sich in den Reihen der Piusbrüder Behauptungen, dass Juden Gottesmörder seien und auch heute noch für den Tod Christi zur Verantwortung zu ziehen wären, das Phantasma einer Verschwörung des „Weltjudentums“, das Wirtschaft und Politik in ihrer Hand hätte reiht sich neben Holocaustleugnungen und -relativierungen ein. Antisemitismus ist Programm!

Treffend für die frauenfeindlichen und antiemanzipatorischen Ansichten der Bruderschaft ist folgendes Zitat des Piusbruders Schmidberger:

„Wir brauchen heute Männer, die Männer sein wollen, Frauen die Frauen sind und Frau sein wollen, das heißt Gehilfin des Mannes und Mutter der Kinder”

Homosexualität gilt bei den Brüdern und bei der katholischen Kirche generell als „Perversion” und Sünde. Die Piusbruderschaft organisiert Gegenproteste zum Christopher Street Day und erklärt:

„Der Umzug und seine Teilnehmer zeigen ein Verhalten, das dem Menschen nicht angemessen ist, eine moralische Umweltverschmutzung.”

Am Schwangerschaftsabbruch manifestiert sich auf besonders deutliche Weise das patriarchale (männerdominierte) Gesellschaftssystem in dem wir leben. Dieses versucht immer noch Frauen ihr Selbstbestimmungsrecht zu entziehen und sie in die gewünschten “frauentypischen” Rollen zu drängen. Hinter dem Versuch Abtreibung mit Mord gleichzusetzen steckt der Wunsch, ganz konkret über die Körper und das Leben von Frauen entscheiden zu können.

Wir sind der Meinung, dass jede Person das Recht hat, selbst zu bestimmen, was mit ihrem Körper passiert. Nur eine schwangere Frau kann beschließen, ob sie die Schwangerschaft abbricht oder nicht. Sie allein hat das Recht über ihren Körper und ihr Leben zu entscheiden.

Abtreibung verteufeln und gleichzeitig den Holocaust relativieren? “Leben schützen” und zugleich Massenmord verharmlosen? Ein markantes Beispiel dafür, wie diese scheinbare Menschenfreundlichkeit in diesem Widerspruch ihr eigentliches Gesicht zu erkennen gibt.

Gegen jeden Antisemitismus und Sexismus!
Gegen selbsternannte “Lebensschützer” und Fundamentalismus!
Für eine emanzipatorische Gesellschaft!
Für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen!

Mehr Infos unter:
www.piusentgegentreten.blogsport.de

Quelle:

Indymedia linksunten