Freiheit statt Frontex – Vortrag mit Bilder von Hagen Kopp

Am 28. Juni um 20 Uhr findet im Bewegungsraum des Grethergeländes Adlerstr. 12, eine Veranstaltung zum Thema Frontex statt. Referien wird Hagen Kopp (kein mensch ist illegal Hanau)< --break->

Die europäische Grenzschutzagentur Frontex ist der Inbegriff der Militarisierung und Vorverlagerung der Migrationskontrolle. Seit über 10 Jahren ist Frontex im Dauereinsatz gegen Flüchtlinge und MigrantInnen. An den Seeoder Landaußengrenzen, auf Flughäfen oder auf wichtigen Landstraßen, bei der Koordination von Charterabschiebungen; gegen Menschen ohne Papiere innerhalb der EU oder gegen Bootsflüchtlinge an den Außengrenzen: Frontex ist die treibende Kraft in der „Bekämpfung illegaler Migration“. Tausende von toten Flüchtlingen und MigrantInnen sind die kalkulierte Konsequenz dieser Abschreckungspolitik.

Erst kürzlich wurde als Erfolg vermeldet, dass erstmals seitdem Frontex seine Arbeit aufgenommen hat, die Zahl der Flüchtlinge, die ohne Visum die Grenzen zur EU überqueren konnten, gesunken sei. Für den zweifelhaften Erfolg von Frontex dürfte aber vor allem gesorgt haben, dass sich das Mittelmeer zwischen Tunesien, Libyen und Italien in den Jahren 2011 und 2012 in ein Meer des Todes verwandelte. Fast wöchentlich gab es Meldungen von gekenterten Flüchtlingsbooten und ertrunkenen Menschen, die teilweise noch in Sichtweite der italienischen Insel Lampedusa ihr Leben ließen. In diesen Tagen erst hat die EU den weiteren Ausbau ihrer Grenzüberwachung beschlossen.

Sie errichtet einen elektronischen Zaun an ihren Außengrenzen und Frontex soll das Mittelmeer und die nordafrikanischen Küsten künftig sogar mit Satelliten und Drohnen überwachen.

Dagegen formiert sich seit einigen Jahren ein transnationaler Widerstand. Frontex war u. a. bestimmendes Thema bei mehreren Nobordercamps (Lesbos, Svilengrad). Im Juli 2012 startete eine transnationales Initiative, mit dem Flüchtlinge und MigrantInnen auf ihrem Weg nach Europa durch Präsenz und Öffentlichkeitsarbeit direkt vor Ort unterstützt werden sollen. Boats 4 People ist ein internationales Bündnis von Organisationen aus dem Mittelmeerraum, Afrika und Europa. Es wurde gegründet, um dem Sterben an den Seegrenzen ein Ende zu setzen und die Rechte von MigrantInnen auf dem Meer zu verteidigen. Im Vortrag wird eine erste Bilanz von Boats 4 People gezogen. Außerdem werden Vorschläge für weitere Kampagnen gegen Frontex vorgestellt. Hagen Kopp ist Mitbegründer des bundesweiten Netzwerks „kein mensch ist illegal“. Er hat viele Nobordercamps mitorganisiert und war an zahlreichen Kampagnen für „Freedom of Movement“ beteiligt.

Quelle:

Indymedia linksunten