Petition und Action-Camp für den Erhalt des KuCas an der PH Freiburg

Bereits über 1.300 Unterzeichner*innen der KuCa-Petition nach nur vier Wochen // KuCa-Action-Week vom 8. bis 14. Juli 2013 an der PH Freiburg // Solidarität mit der Wagengruppe „Sand im Getriebe“

Vom 8. bis 14. Juli 2013 findet auf der Wiese vor der Aula der Pädagogischen Hochschule Freiburg die diesjährige KuCa-Action-Week statt. Ziel ist es, den im KuCa organisierten Gruppen und Einzelpersonen die Möglichkeit zu geben ihre politische, soziale und kulturelle Arbeit und Einstellung vorzustellen und nach außen zu tragen. Noch viel wichtiger ist der Punkt, dass Menschen, welchen der Erhalt des KuCa wichtig ist, Raum finden sich zu vernetzen, sich auszutauschen und gegen die „Räumungsmaschinerie“ zu organisieren. Was bedeutet für uns Freiraum? Ist ein Leben ohne soziale Schutzräume überhaupt lebenswert? Wie weit werden wir gehen? Das sind Fragen, die uns tagtäglich bewegen. Fragen, nach denen wir tagtäglich versuchen unser Leben zu gestalten.

Die Stadt Freiburg möchte das KuCa im Herbst 2014 abreißen lassen. Die Petition und das Action-Camp sind notwendig, da es nach wie vor keinerlei konkrete Zusagen von der Stadt Freiburg, der PH Freiburg und dem Land Baden-Württemberg für einen gleichwertigen Ersatz für das räumungsbedrohte KuCa gibt. Um auf diese prekäre Situation aufmerksam zu machen, verlegt nun der Arbeitskreis „KuCa-bleibt!“ das KuCa-Geschehen für diese Woche in ein Zelt vor der Aula der PH Freiburg, gegenüber dem Bahnhof Littenweiler. Mit diesem symbolischen Akt soll gezeigt werden, wie sich das Ende des KuCas auf das Campusleben und die Hochschule, aber auch auf den Stadtteil Littenweiler auswirken würde.

In einem Interview mit dem Littenweiler Dorfblatt (Ausgabe Juni 2013) hat PH-Rektor Ulrich Druwe gesagt, er könne aus Hochschulmitteln den Studierenden nicht mal ein Zelt als Ersatz für das KuCa kaufen. Das ein Zeltkauf nicht schwer ist, zeigen die Freundinnen und Freunde des KuCas mit dieser Aktion und erklären: „Wenn ihr uns das KuCa nehmt, werden wir Mittel und Wege finden, dass Kultur- Politik- und Sozialprojekt KuCa an anderer Stelle wieder aufzubauen. Wir lassen uns nach über 30 Jahren nicht einfach wegrationalisieren!“

In der KuCa-Action-Week wird einerseits der reguläre Cafébetrieb nach draußen verlegt, andererseits bereiten die verschiedenen unabhängigen Referate der Studierendenvertretung jeweils ein Tagesprogramm vor. Diese Programme sind sowohl für die Studierenden, als auch für alle weiteren Menschen gedacht, die Interesse am KuCa-Leben haben.

Wir solidarisieren uns zudem mit der Wagengruppe „Sand im Getriebe“, die vergangene Woche von den Freiburger Ordnungsbehörden mal wieder von ihrem Platz im Schildackerweg geräumt wurde und heißen sie am KuCa herzlich Willkommen.

Petition für den Erhalt des KuCas: http://kuca-bleibt.ph-freiburg.com

Infos zur Action-Week unter: http://www.ph-freiburg.com oder http://www.usta-ph.de

Erste Fotos unter: http://kuca-bleibt.jimdo.com/bilder/

Ausführliche Informationen zur aktuellen Situation des KuCas und zum Programm der KuCa-Action-Week

Selbstverwaltete Freiräume an Hochschulen und Universitäten stellen heutzutage eine Seltenheit dar. Wo früher in progressiven, demokratischen und unkommerziellen Räumen gearbeitet und gelebt wurde, fehlen an vielen Hochschulstandorten mittlerweile die Räume, um Studierenden die Möglichkeit zu eröffnen, sich selbst zu organisieren und ihre Interessen und Bedürfnisse zu verfolgen. Die ehemaligen Flächen, die die Studierenden für Kultur, soziales Engagement, Politik und ihr Leben nutzen konnten, mussten zumeist kommerziellen Projekten weichen. Gleiches droht nun dem Studierendenhaus „KuCa“ an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Der Arbeitskreis „KuCa-bleibt!“ setzt sich gegen diese Entwicklungen ein, indem er sich für einen Erhalt beziehungsweise einen äquivalenten Ersatz des Kultur-Cafes engagiert. Das Kultur-Café muss an der Pädagogischen Hochschule bestehen bleiben, um auch zukünftigen Generationen von Studierenden einen Ort für Freiheit, Kreativität und Selbstbestimmung zu bieten.

Die Stadt Freiburg hat in ihrer Gemeinderatssitzung vom 20.11.2012 über die Neubebauung der Fläche des Bahnhofsareals Littenweiler entschieden. Ziel hierbei ist es, das städtische Vorkaufsrecht zu nutzen, um die Fläche mit dem Bahnhof Littenweiler, die die Bäckerei Heizmann erwarb, zu kaufen und im Anschluss zu bebauen. Geplant sind dabei nach bisherigem Stand unter anderem ein Ärztehaus, kommerzielle Nutzungsflächen, sowie Wohnappartements. Unter diese Pläne fallen auch drei, derzeit von der Hochschule genutzte Pavillions. In einem von ihnen befindet sich das KuCa, das Räumlichkeiten für die Studierendenvertretung, Bafög- und Sozialberatung, einen Lernraum, eine Kulturbühne und die Arbeit der studentisch organisierten Referate bietet. Alle drei Pavillons sollen nach den Plänen der Stadt Freiburg Ende 2014 abgerissen werden.

Derzeit befindet sich die Stadt noch in einem Rechtsstreit über den Preis der Fläche vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe mit der Deutschen Bahn, als Eigentümerin, und der Bäckerei Heizmann, als rechtmäßiger Käuferin. Nichtsdestotrotz ist ziemlich sicher, dass die Stadt die Bebauung der Fläche bis Ende 2014 in Angriff nehmen wird. Leidtragende sind dabei sowohl die Hochschule, der bereits zuvor Raum fehlte, als auch im besonderen Maße die Studierenden, welchen ein wichtiger Ort an der Hochschule genommen wird. Die Verhandlungen bezüglich neuer Flächen zwischen der Hochschule und dem Land laufen schleppend. Ein Neubau an der Pädagogischen Hochschule, welcher einen neuen Raum für die Studierenden bieten könnte, ist nicht vor 2016 möglich. Für die Zwischenzeit gibt es keine endgültige und zufriedenstellende Lösung.

Aus diesem Grund engagieren sich seit Jahren Studierende in Arbeitskreisen und in der Studierendenvertretung für einen Erhalt ihres Studierendencafes, um eine möglichst schnelle und gleichwertige Lösung. Das Kultur-Café bietet seit mehr als 30 Jahren einen Ort, der es den Studierenden ermöglicht sich zu treffen, zu vernetzen, zu arbeiten, zu entspannen, und ihren Bedürfnissen nach Kultur und Entfaltung außerhalb der Arbeitsräume der Hochschule nach zu kommen. Auch für den Stadtteil ist das Kulturcafe sehr wichtig, denn viele Kulturveranstaltungen finden dort statt, Informationsabende oder Diskussionsveranstaltungen. Das KuCa ist ein Ort, der frei von kommerziellen Zwängen ist, er bietet Platz für Kreativität und Menschen jeglicher Herkunft. Um diesen Ort zu erhalten betreibt der Arbeitskreis seit langer Zeit Öffentlichkeitsarbeit, vernetzt sich mit anderen Betroffenen oder Beteiligten und arbeitet an einer Lösung. Unter anderem wurden dazu „Tage der Offenen Tür“ und ein Action-Day vorbereitet, oder Gespräche mit der Hochschulleitung und Politiker_innen geführt. Dieses Bemühen über Jahre hinweg war und ist nötig, damit die Thematik im Bewusstsein der Beteiligten bleibt und die Interessen und Bedürfnisse der Studierenden gewahrt werden.

Leider gibt es bis dato keinerlei konkrete Zusagen von Stadt, Hochschule und Land, die einen (gleichwertigen) Ersatz ermöglichen. Um auf diese prekäre Situation aufmerksam zu machen, verlegt nun der Arbeitskreis „KuCa-bleibt!“ das KuCa-Geschehen für diese Woche in ein Zelt vor der Aula der Pädagogischen Hochschule Freiburg, gegenüber des Bahnhofes Littenweiler. Mit diesem symbolischen Akt soll gezeigt werden, wie sich das Ende des KuCas auf das Campusleben und die Hochschule, aber auch auf den Stadtteil Littenweiler auswirken würde.

In der KuCa-Action-Week wird einerseits der reguläre Cafebetrieb nach draußen verlegt, außerdem bereiten die verschiedenen unabhängigen Referate der Studierendenvertretung jeweils ein Tagesprogramm vor. Diese Programme sind sowohl für die Studierenden, als auch für alle weiteren Menschen gedacht, die Interesse daran haben.

Das Programm für den gestrigen Montag wurde vom Kultur-Referat vorbereitet. Tagsüber gab es eine Spielewiese, mit Slack-Line, verschiedenen Spielen an freier Luft und Kinder- und Erwachsenenschminken. Abends fand ein gut besuchter Poetry-Slam in Kooperation mit der Deutsch-Fachschaft der Pädagogischen Hochschule statt. Hierzu waren alle Slammer Freiburgs herzlich eingeladen, aber auch alle Gäste.

Am heutigen Dienstag organisiert das Sozial-Referat, teilweise in Kooperation mit dem Institut der Soziologie, mehrere Vorträge zu verschiedenen sozialen Themen, darunter auch zu Asyl-Politik und Integration.

Am Mittwoch wird das Bildungspolitische Referat diverse Bildungspolitische Spiele anbieten, unter anderem eine ECTS-Punkte-Jagd. Abends wird um 17.00 Uhr ein Bürgergespräch zur KuCa-Thematik mit verschiedenen betroffenen Personen, unter anderem Anwohner_innen, Politiker_innen und Studierenden stattfinden. Dazu wird es ein veganes Abendessen geben.

Donnerstag wird es um allgemein politische Themen gehen. Das APO bereitet verschiedene Vorträge, unter anderem zu Gentrifizierung vor, und es spielen verschiedene Bands. Dazu gibt es Cocktails und kühle Getränke. Auf der Wiese vor der Aula findet außerdem von 11.00 – 20:00 Uhr ein Flohmarkt statt.

Der Freitag schließlich wird mit gemütlichem Beisammensein und Grillen das Ende der Woche einläuten. Außerdem werden wir dem KuCa einen neuen Anstrich verpassen.

Der Samstag steht dann beim “Lotterleben” ganz im Zeichen der Kinder. Es gibt ein gemeinsames Frühstück, Hüpfburg und Spiele. Die Kinder und natürlich auch die Eltern sind eingeladen zum gemütlichen Beisammensein, Austausch und Entspannen.

Zur KuCa-Action-Week sind alle Menschen herzlich eingeladen vorbei zu kommen, zu partizipieren und mit uns die Woche zu genießen!

Arbeitskreis „KuCa-bleibt!“ (Juli 2013)

Quelle:

Indymedia linksunten