Weitere Vertreibung der Wagengruppe Sand im Getriebe

Seit dem 7.Juli wohnen wir, die Wagengruppe „Sand im Getriebe“, auf dem Parkplatz von der Pädagogische Horchschule (PH) in Littenweiler.

Heute, am 16.7.13, wurden uns mehrere Briefe von Prof. Dr. Ulrich Druwe, Rektor der PH, unterschrieben, zugestellt: „(…)Ich fordere Sie daher unter Fristsetzung, das Gelände bis zum Ablauf des kommenden Donnerstags, dem 18.07.2013, 12:00 Uhr zu räumen(…)“. Falls wir das Gelände nicht bis dahin verlassen haben, sieht sich Herr Druwe genötigt „Strafanzeige zu erstatten und eine Räumung des Geländes zu veranlassen“. In diesen Briefen steht weiter, dass wir „signalisiert“ hätten „das Gelände bis zum Freitag den 12.07.2013 wieder verlassen zu wollen“. So eine Aussage hat es von unserer Seite definitiv nicht gegeben.

Als Begründung für die erneute Vertreibung, gaben die drei Briefträger_Innen der PH an, dass der Parkplatz von der Pädagogischen Hochschule benötigt wird. Diese Aussage ist verwunderlich, da am 26.07 die vorlesungsfreie Zeit an der PH beginnt. „Der Parkplatz ist während der vorlesungsfreien Zeit immer fast leer“ sagt uns Tanja, Studentin der PH, die in Littenweiler wohnt. Die Tatsache, dass uns als Begründung für unsere Vertreibung schon wieder falsche Fakten(oder Lügen?) präsentiert werden, legt die Vermutung nahe, dass die Freiburger Ordnungsbehörden wieder Druck auf die Eigentümerin des Grundstückes ausgeübt haben, wie es in der Vergangenheit fast immer passiert ist.

Laut der Haltung der Ordnungsbehörden haben Selbstverwaltung und kommerziell nicht verwertbare Lebensarten in der Freiburger Öffentlichkeit nichts zu suchen. Unterstützt wird sie dabei Tatkräftig von der Polizei. Diese ermittelt übereifrig die Grundstückseigetümer_Innen um „zu informieren“ das „bösartige“ Wägler_innen ihr Grundstück „beschmutzen“.

Wir sind aber nicht bereit uns ständig vertrieben zu lassen. Wir finden es unerträglich, dass Freiburg eine Stadt von grün angemalten Bitumen Klötzen wird, wo nur noch kommerziell verwertbare Projekte Platz finden, und alles was am Leben nötig ist, alles was am Leben Spaß macht, bezahlt werden soll. Wir werden auch nicht aus Freiburg gehen, da es gerade in dieser Stadt wichtig ist Gegenentwürfe aufzuzeigen und wir unser soziales Netz in diese Stadt haben.

Wir fordern eine Zwischennutzung der PH Parkfläche bis Ende der vorlesungsfreien Zeit. Dieser Platz steht in dieser Zeit sowieso leer und würde es uns ermöglichen kurz zur Ruhe zu kommen, weiter nach geeigneten anderen Flächen zu suchen und Verträge zu erarbeiten.

Die Teilnehmer_innen des Bauwagendorfes auf dem PH-Parkplatz, „Sand im Getriebe“.

sandimgetriebe.noblogs.org