GARTENSTRASSE19

PHA- und Gartenstraße 19-Soliparty

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Seit über drei Jahren unterstützen und gestalten AktivistInnen der PHA-Kampagne Kämpfe zur Verteidigung von bestehenden und zum Aufbau neuer linksradikaler Räume in Freiburg und darüber Hinaus. Ebenfalls wird sich an Auseinandersetzungen um die Mietenpolitik und die Green City beteiligt. Fast genauso lange ist die Gartenstraße 19 in der Freiburger Innenstadt besetzt. In bester Lage etablierte sich in der G.19 eine kleine anarchistische Bücherei, ein Infoladencafé und einen Umsonstladen. (mehr…)

Kein Burschenseminar auf dem Lorettoberg!

In Freiburg gibt es 30 Studentenverbindungen unterschiedlicher Couleur. Die meisten dieser Korporationen genannten Vereine haben sich in Dachverbänden zusammengeschlossen. Wegen Naziskandalen in Verruf geraten ist in den letzten Jahren vor allem ein Dachverband: die „Deutsche Burschenschaft“ (DB). In Freiburg gehören mit der „Teutonia“ und der „Saxo-Silesia“ zwei der insgesamt fünf Burschenschaften der DB an. Nun plant die „Deutsche Burschenschaft“ für den 13. April ab 10 Uhr auf dem Haus der „Saxo-Silesa“ im Kapellenweg 4 ein Regionalseminar zur Schulung der baden-württembergischen Burschenschaftler.
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Antifaschistische Demo nach Brandanschlag auf die G19

Am Abend des 2. November demonstrierten infolge eines rechten Brandanschlages auf den Infoladen G19 etwa 140 Antifas in der Freiburger Altstadt. Nachdem am vergangenen Wochenende Vermummte die Scheiben des Infoladens und Archivs der seit 2009 besetzten Gartenstraße 19 in der Innenstadt eingeworfen und im Inneren Feuer gelegt hatten, solidarisierten sich die Versammlungsteilnehmer_innen mit den betroffenen Besetzer_innen. Wir werden die G19 wieder in Stand setzen, lassen uns unsere Räume nicht nehmen und schweigen nicht angesichts rechter Gewalt!

Gegen 18 Uhr versammelten sich heute gut hundert Linke vor der G19 in Freiburg. Nach einer kurzen Kundgebung der Besetzer_innen und Informationen zu den Geschehnissen formierte sich gegen 18:30 Uhr ein spontaner Demozug in Richtung Innenstadt. Die zurückhaltenden Bullen versuchten vergeblich an Ansprechpartner_innen zu gelangen.

Mit Unterstützung der Sambaband zog die Demo zum Bertoldsbrunnen, wo es eine Kundgebung Autonomer Antifas gab. Diese ging auf vergangene Naziangriffe in Freiburg ein und die Offenkundigkeit, dass wir uns nicht auf staatliche Unterstützung gegen die Nazis verlassen können.

Vielmehr wurde betont, dass wir die Schweine kriegen werden, die den Infoladen angezündet haben. Außerdem wurde die lokale Presse und Politik angegriffen, die es über eine Woche versäumte überhaupt zu reagieren.

Nach der Rede ging es über Salzstraße, Augustinerplatz, Gerberau und Holzmarkt zurück in die Gartenstraße. Nach unserem Stand gab es weder Kontrollen noch Festnahmen durch die Bullen.

Stärkt antifaschistische Strukturen! Macht Politik und Medien selber! Solidarität mit den Besetzer_innen der G19!

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Wir kriegen die Schweine!

Kurz vor Mitternacht auf den 28. Oktober 2012 wurden mal wieder die Scheiben des besetzten Infoladens in der Gartenstraße 19 eingeschlagen. Mal wieder, denn Anfang April diesen Jahres wurden schon einmal die Scheiben eingeschlagen. Dieses Mal wurde zusätzlich ein brennender Gegenstand durch die kaputten Scheiben geworfen.

Es wurde also ein Brandanschlag auf einen Infoladen neben einem Wohnhaus in der Freiburger Innenstadt verübt. Trotzdem möchte die Polizei gegenüber der Badischen Zeitung nicht von einem Brandanschlag sondern von einer „Sachbeschädigung mit ganz geringem Schaden“ sprechen. Warum? Weil das Feuer schnell gelöscht wurde und es deswegen keinen größeren Brand gab? Weil das Feuer nicht auf das benachbarte Wohnhaus übergegriffen hat? Außerdem sieht die Polizei bisher keinen politischen Hintergrund und ermittelt „in alle Richtungen“. Die Ermittlungen der Polizei den Brandanschlag aufzuklären sind reine Heuchelei.

Die Badischen Zeitung schreibt zu dem Brandanschlag eine Woche nach der Tat 700 Zeichen und zeigt damit, dass für sie die Bedeutung eines faschistischen Brandanschlags in der Freiburger Innenstadt auf gleicher Ebene mit einem Tag der offenen Tür in der Alten Wache am Münsterplatz mit Weinprobe liegt. Dabei wohnen doch in dem Haus neben der Gartenstraße zwei RedakteurInnen der BZ, die allzeit bereit für eine Lärmbeschwerde sind. Aber ein Brandanschlag scheint sie nicht weiter zu stören, wenn sie daran nicht sterben. Das Engagement der Badischen Zeitung gegen Faschismus ist reine Heuchelei.

Wieso spreche ich von einem faschistischen Brandanschlag? Weil ich nicht für den Verfassungsschutz arbeite und deshalb nicht von Amts wegen meine Augen vor dem Offensichtlichen verschließen muss. Überhaupt der Verfassungsschutz. Glaubt hier wirklich jemand, dass die Polizei die Tat aufklären wird und der Verfassungsschutz dabei vielleicht sogar noch hilft? Wir können froh sein, wenn der VS die Füße still hält und den Tätern nicht noch Geld gibt. Der Verfassungsschutz als Schutz gegen Rechts ist reine Heuchelei.

Und wie reagiert das „offizielle“ Freiburg? Es gab keine offizielle Stellungnahme zum Brandanschlag. Weder von der Stadtverwaltung noch den Gemeinderatsfraktionen: von Grünen bis Grüner Alternative nur Schweigen gegen Rechts. Wo ist das Engagement gegen die Nazis, wenn damit keine positive Presseberichterstattung verbunden ist? Was ist eine liberale Stadt wert, die zu einem faschistischen Brandanschlag mitten in der Innenstadt schweigt? Die „offene Stadt“ Freiburg ist reine Heuchelei.

Wir sind es leid, dass es jedes Jahr Anschläge auf linke Orte in Freiburg wie die KTS oder die Gartenstraße 19 gibt. Wir sind es leid, jeden Tag die Krokodilstränen der bürgerlichen Öffentlichkeit zum NSU kullern zu sehen. Wir haben die Heuchelei und das Nichtstun satt.
Wir schauen nicht weg: wir kriegen die Nazis, die für den Brandanschlag verantwortlich sind. Das ist keine leere Parole auf einer Kundgebung nach einem faschistischen Brandanschlag, kein frommes Wunschdenken gegen Rechts, keine Heuchelei. Es ist eine antifaschistische Ansage:

Wir kriegen die Schweine!

Anschlag auf die Gartenstraße 19

G19 Fenster
In der Nacht auf den 28. Oktober verübten unbekannte einen Anschlag auf den Infoladen der besetzten Gartenstraße 19 in der Freiburger Innenstadt. Zahlreiche Fenster wurden eingeschlagen, möglicherweise wurde Feuer gelegt. Nach Mitternacht war die Feuerwehr und die Polizei vor Ort und betraten das Gebäude. Am nächsten Morgen waren sie erneut da. Sie betraten abermals die G19 und trugen danach mehrere Plastiksäcke mit unbekanntem Inhalt heraus. Danach versiegelten sie die Eingangstüre. Von Außen ist zu erkennen, dass der gesamte vordere Raum mit weißem Pulver bedeckt ist.

Aufruf zur Freiraumdemo in Freiburg am 28.04.2012

Freiraum demo

Wir, die Freiraumkampagne Plätze.Häuser.Alles., rufen zu einer Freiraum Demo am 28. April 2012 auf, um gemeinsam den Geburtstag der Gartenstraße 19 zu feiern und weiterhin für Freiräume zu kämpfen.

Seit zwei Jahren ist die Gartenstraße 19 in der Freiburger Innenstadt besetzt. Irgendwo zwischen grauem (Konsum-)Alltag, Shopping Meile und Betonklötzen hat sich in dem kleinen selbstverwalteten Häuschen ein reges Treiben rund um Infoladen, unkommerzielles Café, Bibliothek, Umsonstladen und Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt entwickelt.

Doch wie alle Räume, in denen versucht wird sich Kommerzialisierung und Konsumzwang zu entziehen, hat auch die Gartenstraße seit letztem Sommer verstärkt mit Repression zu kämpfen. Ordnungsamt, Bullen, Bauamt, … Mit allen Mitteln versucht die Stadtverwaltung gegen die Besetzer_innen vorzugehen – und wenn schon nicht die Räumung zu erzwingen, die Nutzung weitestgehend einzuschränken. So erließ die Stadtverwaltung im Sommer 2011 eine Verfügung, die bis dahin alltägliches verbietet: Volxküche, Kneipe, Kino, Veranstaltungen aller Art, Gehwegnutzung und den Kräutergarten auf dem Dach. Bei Verstößen wird dem Eigentümer mit 2000€ Bußgeld gedroht – um ihn dadurch zu einer Räumung zu drängen.

All dies geschah im Zuge massiver Repression und Hetze gegen Freiräume und linke Projekte in Freiburg, deren Höhepunkt gewissermaßen die Räumung des bis dahin zwei Jahre besetzten Wagenplatzes Kommando Rhino war. Durch die Rhino-Räumung im August 2011 wurden viele Menschen obdachlos gemacht und auch das Entstehen einer neuen Wagenburg wurde durch die Stadt verhindert. Mit Rhino wurde Freibug nicht nur ein Wagenplatz, der kostenlosen Wohnraum für über 30 Menschen bot, genommen sondern auch ein wichtiger Freiraum und ein politisches Projekt, das von vielen Menschen genutzt wurde. Auch nach der Räumung sorgte die Stadt für weitere Skandale – Wägler_innen am Straßenrand wurden durch die Polizei terrorisiert, Straßenfeste verhindert und linke Projekte wie etwa das Autonome Zentrum KTS durchsucht.

Im Gespräch ist auch ein Abriss des selbstverwalteten Studierendenhaus der Pädagogischen Hochschule, das „KuCa“ – von einem vergleichbaren Ersatzgebäude ist keine Rede.

Auch in anderen Städten werden Freiräume angegriffen. In Reutlingen ist das jahrelang bestehende Selbstverwaltete Jugendzentrum Kulturschock Zelle akut Existenz bedroht – auch dort nimmt die Reutlinger Stadtverwaltung das Projekt mit Hilfe von Paragraphen – in diesem Fall des Gewerberechts – in die Mangel. Die Liste wäre endlos weiterzuführen: AZ Köln Kalk, das Irrlicht in Schopfheim, Ivi in Frankfurt, …

All dies ist an sich Grund genug auf die Straße zu gehen. Freiräume waren und sind immer umkämpfte Räume.

Freiräume sind Orte, an denen wir uns organisieren. An denen wir versuchen selbstverwaltete Strukturen aufzubauen und Gegenentwürfe zu leben. Dazu gehört ein anderer Umgang miteinander, der Versuch, den in unserer Gesellschaft verankerten Unterdrückungsmechanismen, wie Sexismus, Rassismus, Heterozentrismus etc. weitestgehend zu entkommen und Raum zu schaffen, sich kritisch mit eben diesen auseinander zu setzen. In dieser auf Zwang basierenden Gesellschaftsordnung ist ein (temporäres) Ausbrechen nur durch Organisation mit Anderen möglich. Indem wir uns zusammentun, um die Dinge, die für unser Leben wichtig sind, gemeinsam und hierarchiefrei zu organisieren, können wir unsere Utopien ein Stück weit ausprobieren und für Andere erlebbar machen. Ob unkommerzielle Kunst- und Kulturveranstaltungen auf Wagenplätzen oder in Autonomen Zentren, gemeinsames Containern oder solidarische Gartenbaukooperativen, Umsonstläden, Haus/Platzbesetzungen, freie Radios oder besetzte Krankenhäuser – eine selbstorganisierte Gesellschaft kann nur von unten entstehen. Diese kriegen wir nicht geschenkt – wir müssen für sie kämpfen!

Nicht ihr sondern wir bestimmen, wo und wann und wie wir auf die Straße gehen. Mit dieser Demo wollen wir uns den durch strukturierten, kommerzialisierten Raum der Innenstadt wenigstens vorübergehend zurückzuerobern und einen temporären Freiraum schaffen.

Freiheit entsteht aus kämpfender Bewegung!

Wir nehmen uns was wir brauchen!

Freiraum Demo | Sa. 28.04.2010 | 14:00 Uhr | Bertoldsbrunnen | Freiburg i.Bsg.

Im Anschluss an die Demo findet ein Straßenfest in der Gartenstraße 19 und später Konzert und Party in der KTS Freiburg statt.

G19 Straßenfest


Infos zu den Projekten und Terminen findet ihr hier:

  • http://kulturschock-zelle.de
  • http://www.irrlicht.org
  • http://unsersquat.blogsport.eu
  • http://www.kts-freiburg.org