Erneute Hausbesetzung in der Wiehre geräumt

In den frühen Mittagsstunden des 24. Juli 2010 wurde im Freiburger Stadtteil Wiehre das seit gestern Abend still besetzte Haus in der Goethestraße 43 von der Polizei geräumt.

Zur Zeit ist nicht klar, wie die Polizei an die Info kam und wie die Räumung aussah. Die Bereitschaftpolizei war an der Räumung jedenfalls nicht beteiligt. Zur Stunde sitzen weniger als zehn Menschen auf dem Polizeirevier Süd und werden Erkennungsdienstlich (ED) behandelt; vor dem Haus stehen Polizist_innen und kontrollieren willkürlich Menschen. Unterstützer_innen bekamen vor dem Polizeirevier Süd Platzverweise mit der lächerlichen Begründung, sie würden das Polizeirevier ausspionieren.

Ergänzung:

Um ca. 11 Uhr war die Polizei mit Hunden vor Ort und fing an das Haus zu räumen. Es wird vermutet, dass Nachbarn morgens auf die Aktion aufmerksam wurden und daraufhin die Polizei alarmiert haben. Die Besetzer_innen wurden rausgetragen und aufs Revier Süd gebracht. Zwei Menschen, welche schon vor der Räumung das Haus verließen, wurden sogar bei einer Straßebahnstation von ca. sechs Wannen empfangen und mitgenommen. Auch an der KTS demonstrierte die Polizei mit einer Streife Präsenz.
Mittlerweile sind jedoch alle Besetzer_innen wieder draußen und durften sich auf Kaffee und Futter freuen.

Der wunderschöne Altbau mit vielen Räumlichkeiten stand schon längere Zeit leer und sollte mit der Besetzung wieder mit Leben gefüllt werden. Häuser sollten nicht zu Spekulationszwecken leerstehen sondern die Möglichkeit bieten,darin leben, arbeiten, schlafen, etc. zu können. Da in der momentan herrschenden Logik jedoch nicht die Befürfnisse der Menschen im Mittelpunkt stehn, sondern lediglich die Profitsteigerung, ergibt es leider Sinn, ein Haus auf Grund von Spekulationen leerstehen zu lassen. Dass Menschen auf der Straße leben müssen, obwohl eigentlich genug Wohnraum für alle vorhanden wäre, und das Menschen, welche Häuser entsprechend ihrem eigentlichen Sinn nutzen wollen mit Repression begegnet wird, ist einfach nur paradox!

Da dies nun leider ein Dauerzustand darstellt, war dies erst der Anfang…

Die Häuser denen, die sie brauchen!
Die herrschende Logik offenlegen und bekämpfen!

Spontandemo: Plätze.Häuser.Alles.

Demonstration gegen Gentrifizierung, Kapitalismus und Nazis in Freiburg
Am Abend des 20. März fand in Freiburg eine spontane Demo der Autonomen Szene statt. Etwa 100 Linke gingen in einer gut zweistündigen Aktion mit Soundsystem, Getränken und Transparenten auf die Straße und forderten in Redebeiträgen mehr billige Wohnungen und selbstbestimmte Freiräume. Unter anderem wurden auf der improvisierten Route durch die Innenstadt das Rathaus, die Deutschen Bank und ein lokaler Faschist besucht.

Anlässlich des steigenden Bedarfs selbstverwalteter Räume und der miserablen kommunalen Wohnraumpolitik in Freiburg gründete sich Anfang 2010 die Freiraumkampagne „Plätze. Häuser. Alles. – Besetzen. Kollektivieren. Selbst verwalten.“ Das Ziel der Kampagne ist es, die Debatte um Gentrifizierungsprozesse zu stärken, politische Lösungen bezüglich bestehender und aus unserer Sicht notwendiger Freiräume einzufordern und diese auch umzusetzen. Nach einer Partybesetzung in der vor dem Abriss stehenden Günterstalstraße 30 am 6. März, wurde am 12. März ein demnächst voll saniertes, leer stehendes Haus in der Günterstalstraße 9 symbolisch besetzt.

In der Nacht auf den 21. März versammelten sich in Haslach AktivistInnen der Kampagne für eine „Reclaim the streets“ durch die Freiburger Innenstadt und den Stühlinger. Bei elektronischer Musik wurde eine Art Nacht-Tanz-Versammlung gefeiert. Die Bullen hielten sich vorerst zurück, bis sie nach Farbeiern gegen die Deutsche Bank und einigen Pyros immer panischer wurden und von den Seitenstaßen her filmten.

Nachdem der Demozug über die Rathausgasse, die Eisenbahnstraße und am Hauptbahnhof vorbei gezogen war, ging es über die blaue Brücke in den Stühlinger. Dort wurde dem Neonazi Jonathan Stumpf in der Wentzingerstraße 82 ein Besuch abgestattet. In einem Redebeitrag wurden AnwohnerInnen über die Aktivitäten des in Freiburg wohnenden Nazi-Skinheads vom „Heidnischen Sturm Pforzheim“ informiert. Die Demo löste sich in der Haslacherstraße auf, wo noch eine Überwachungskamera zu Bruch ging. Mehrere Personen wurden von den mittlerweile massiv auf den Plan gerufenen Bullen kontrolliert. Ansonsten gab es keine direkte Repression.

Solidarität mit den Freiraumkämpfen in Grenoble, Berlin, Zürich und überall!

Plätze. Häuser. Alles.
Spazi. Case. Tutto.
Spaces. Houses. Everything.

PLÄTZE.HÄUSER.ALLES. : Symbolische Besetzung

In der Nacht vom 11. auf den 12. März wurde in Freiburg im Rahmen der Freiraumkampagne „Plätze. Häuser. Alles.“ das Haus Nummer 9 in der Günterstalstraße symbolisch besetzt. Die Innenbeleuchtung wurde angeschaltet und es wurde ein Transparent mit der Aufschrift „PLÄTZE.HÄUSER.ALLES. selbstbestimmt leben überall“ vom Balkon gehängt. Die AktivistInnen kamen gut nach Hause und lachen sich ins Fäustchen…

Die Aktion soll auf leerstehende Häuser, Wohnungen und Plätze aufmerksam machen und ist Teil der Kampagne, die letzten Samstag durch eine Partybesetzung gestartet wurde. Die Freiraumkampagne „Plätze. Häuser. Alles.“ will Orte und Räume schaffen, in denen Menschen alternative Lebensformen ausprobieren und herrschende Verhältnisse offenlegen und kritisieren können.

Dafür sollen Umsonst-Netzwerke aufgebaut werden, die ein engagiertes Leben ohne Lohnarbeit möglich machen. Räume zum Wohnen und politischen Arbeiten, zum Ideen spinnen und Utopien ausprobieren, Diskussions- und Inforäume, selbstorganisierte Cafés, Wagenplätze und Kneipen sollen Teil dieser kollektiven, selbstverwalteten Projekte sein.

Plätze. Häuser. Alles.
selbstbestimmt leben überall

Freiraumkampagne startet mit Party- Besetzung

In der Nacht vom 6. zum 7. März besetzten etwa 100 Freiraum-Aktivist_innen für einige Stunden ein Haus in der Günterstalstraße, das seit rund drei Jahren leer steht. Mit der Besetzung wurde auf Leerstand und die prekäre Wohnungssituation hingewiesen und Freiräume für nonkommerzielle Nutzung gefordert. Dies fand im Rahmen einer Party statt, die den Auftakt zur Freiraumkampagne „Plätze. Häuser. Alles.“ bildet.

Gegen 22:00 Uhr wurden Nachbar_innen und Passant_innen durch an der Fassade angebrachte Transparente auf die laufende Aktion aufmerksam gemacht. Während im Haus eine Live-Band und ein DJ für tanzbare Musik sorgten, konnten sich die Menschen im Innenhof an einer Feuertonne wärmen. Weitere Räume konnten zur individuellen Gestaltung des Abends genutzt werden. Es kam zu keiner Konfrontation mit der Polizei.
Dieses Haus ist kein Einzelfall. Derzeit stehen in Freiburg rund 900 Wohnungen leer, gleichzeitig müssen freiburger Mieter_innen durchschnittlich 44% ihres Einkommens für ihre Wohnungen aufbringen. Diese Missstände liegen im Kapitalismus begründet. Im Kapitalismus werden Dinge als Ware gehandelt, die durch den Vergleich am Markt einen Wert erhalten. Da die Häuser eine Ware auf dem Immobilienmarkt darstellen, werden sie zum Zweck der Gewinnmaximierung gehandelt. So kommt es, dass nicht der eigentliche Nutzen der Häuser – nämlich die Möglichkeit, darin zu wohnen, zu arbeiten und zu leben – ihren Zweck bestimmen, sondern ihr jeweiliger Wert auf dem Markt. Leerstand und speziell die Spekulation mit diesem, sowie Sanierung, Abriss und/oder Verkauf sind für die Eigentümer_innen profitabler.
Die Freiraumkampagne „Plätze. Häuser. Alles.“ will Orte und Räume schaffen, in denen Menschen alternative Lebensformen ausprobieren und herrschende Verhältnisse offenlegen und kritisieren können. „Wir kämpfen für eine Welt, in der viele Welten möglich sind!“ (Lola, Freiraumaktivistin). Dafür sollen Umsonst- Netzwerke aufgebaut werden, die ein engagiertes Leben ohne Lohnarbeit möglich machen. Räume zum Wohnen und politischen Arbeiten, zum Ideen spinnen und Utopien ausprobieren, Diskussions- und Inforäume, selbstorganisierte Cafés, Wagenplätze und Kneipen sollen Teil dieser kollektiven, selbstverwalteten Projekte sein.